Pressemitteilung vom 16.07.2019 Nachricht vom 16.07.2019


AMNOG-Daten 2019: Geburtsfehler und Lernschwächen gefährden Versorgungsziele

Von den insgesamt 197 neuen Präparaten mit abgeschlossener Nutzenbewertung und Preisfindung sind mittlerweile 26 nicht mehr in Deutschland verfügbar. Das ist einer der Befunde der AMNOG-Daten 2019. Die Publikation des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) e.V. dokumentiert die Ergebnisse der seit 2012 praktizierten AMNOG-Preisregulierung von Arzneimittel-Innovationen und erläutert deren ökonomische Wirkungszusammenhänge.

Acht Jahre AMNOG: Wie viele Verfahren gab es bisher? Wie oft wurde den neuen Präparaten ein Zusatznutzen zuerkannt? Gibt es Bewertungsbesonderheiten in einzelnen Therapiegebieten? Wie wirkt sich die Nutzenbewertung auf die Erstattungsvereinbarungen aus? Zu welchen Ergebnissen führen die Schiedsverfahren? Ergeben sich daraus unerwünschte Nebenwirkungen auf die Patientenversorgung?

Die nunmehr dritte Ausgabe der BPI AMNOG-Daten stellt die bisherigen Resultate des AMNOG-Verfahrens systematisch anhand von Grafiken und Tabellen dar. Die bis Ende 2018 vorliegenden Daten werden wieder von den Gesundheitsökonomen Prof. Dieter Cassel und Prof. Volker Ulrich ökonomisch analysiert und ausführlich kommentiert.

Die AMNOG-Daten 2019 belegen, dass das AMNOG hinsichtlich seiner Regulierungsstruktur und praktischen Umsetzung immer noch eine Reihe von Geburtsfehlern und Lernschwächen hat. Sie wurden bisher weder reformpolitisch noch pragmatisch behoben und führen vermehrt auch zu unerwünschten Wirkungen.

Die Autoren finden zum Beispiel Anzeichen dafür, dass das AMNOG fallweise als „Versorgungshürde“ wirkt: Neue Präparate kommen entweder erst gar nicht auf den deutschen Markt oder werden aufgrund der Nutzenbewertungs- und Preisfindungsergebnisse wieder vom Markt genommen, fallen also für die Patientenversorgung mit innovativen Arzneimitteltherapien aus.

Die AMNOG-Daten 2019 sind elektronisch im BPI-Kiosk verfügbar und stehen zudem auf bpi.de zum Download bereit. Auf Anforderung sind sie auch als kostenlose Broschüre in der BPI-Geschäftsstelle erhältlich.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Rund 270 Unternehmen haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Ihr Ansprechpartner: Andreas Aumann, Tel. 030 27909-123, aaumann@bpi.de

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